“Siehst Du dieses Licht”? “Ja, ich sehe es – was ist es?” Schnell Google befragt: Helles Licht am Himmel? Aha: Das Ding nennt sich Sonne. Ich erinnere mich dunkel. Und aus den Tiefen des Langzeitgedächtnisses meiner Tochter kriecht eine Assoziation hervor: baden gehen. Das Waldbad Falkensee ist ja gleich um die Ecke. Ich will zwar selbst nicht ins Wasser, aber was tut man nicht alles für den Nachwuchs.
An der Kasse dann das böse Erwachen: Tatsächlich muss man wie angedroht jetzt immer gleich ein Tagesticket kaufen, obwohl bei den momentanen Wassertemperaturen mehr als eine halbe Stunde Badespaß wohl kaum in Frage kommt. Einsfuffzich für die Tochter statt 50 Cent wie im Vorjahr. Ärgerlich, aber damit kann ich noch leben.
Allerdings soll auch ich 3 Euro Eintritt zahlen, obwohl ich überhaupt nicht baden will. Duschen auch nicht. Selbst den Gang aufs Klo könnte ich mir so lange verkneifen. Ich habe keine Badehose dabei, kein Handtuch, nichts. Ich werde auch nichts schmutzig machen und keine Grashalme umtreten, verspreche ich hoch und heilig. Ein bisschen Geld habe ich dabei – und das würde ich zu gerne in eine Kaffee und eine Bockwurst am Kiosk investieren. Nur ein wenig in der Sonne sitzen und in der Nähe sein, wenn irgendwas mit dem Töchterchen ist.
Ich darf nicht. Kein Erbarmen. Drei Euro Eintritt, um einen Kaffee zu trinken (den ich selbstverständlich auch bezahlen würde). Das klappte im Vorjahr noch problemlos – zumindest in Zeiten, wo (so wie heute) wenig los war im Waldbad.
“Sie können aber auch noch anderthalb Stunden hier vor der Tür warten – dann können sie ein Stundenschwimmer-Ticket kaufen für einen Euro,” schallt es mir in barschem Ton aus dem Kassenhäuschen entgegen. Eine Stunde bezahlen für eine Stunde schwimmen – das klingt fair. Dummerweise gibt es dieses Angebot nur von 9-11 Uhr und von 18-20 Uhr. Aber es ist gerade halb Fünf.
Na klar, ich könnte die 3 Euro aus dem Fenster werfen ohne pleite zu gehen – oder besser gesagt in das Fenster des Kassenhäuschens. Aber irgendwie verbietet mir das meine Erziehung. Und immerhin erlangt meine Tochter so ein klein wenig mehr Selbständigkeit. Sicher genung schwimmen kann sie längst. Nun muss sie sich eben auch selbst ins Handtuch einmummeln, wenn ihr kalt ist.
Die Waldbad-Betreibergesellschaft Gegefa aber sollte sich mal ernsthaft überlegen, wie in Falkensee die Realität aussieht. Es gibt hier reihenweise Familien, die eben nicht bereit sind, für eine Stunde Schwimmen am Nachmittag mal schnell 9 Euro (Rechenbeispiel für 2 Erwachsene und zwei Kinder) 7 Euro für die Familienkarte (maximal 2 Erwachsene und 2 Kinder) auszugeben. Zumal ja häufig auch noch das Pflicht-Eis für die Kinder und das Käffchen für die Eltern dazukommen.
Papa und Tochter, Mama und Sohnemann, Opi und Enkel usw. gehen mal kurz für Einsfuffzich planschen – das war einmal.






Unfassbar. Da fragt man sich doch, ob die Betreiber nicht rechnen können. Noch ist meine Tochter nicht so weit, aber in wenigen Jahren – da sei man sich sicher – werde ich genau hingucken, wo wir schwimmen gehen (und unser Geld lassen) werden. Armes Falkensee, arme Mitbürger?
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